Die „Bezness“-Masche: Daran erkennt man Liebesbetrüger schon beim ersten Treffen

verliebtes paar

Immer wieder rufen die kriminelle Energie und die Skrupel- und Morallosigkeit, die damit einhergehen, ungläubiges Staunen hervor. Es gibt nahezu keine ethischen Werte, die nicht bereits dem schnöden Mammon wegen untergraben worden wären. Eine ganz besonders perfide Art und Weise, andere Menschen zu betrügen und um Ihr Erspartes zu bringen, ist das Ausnutzen von Gefühlen für diesen Zweck.

Eine Methode, welche unter bestimmten Umständen für Betrüger überaus lukrativ zu sein scheint, ist die sogenannte Bezness-Masche. Diese Vorgehensweise, welche ebenso Männer wie Frauen betreffen kann, hat in typischen Urlaubsparadiesen mittlerweile Schule gemacht und führt immer wieder sowohl zu finanziellem Bankrott als auch zu psychischen Traumata. Nicht selten endet ein durch einen solchen Betrug geschädigter Mensch sogar in tiefen Depressionen, die schließlich bis zum Selbstmord führen können.

Aber wie kann man sich vor dieser besonders perfiden Betrugsmasche schützen – welche Alarmsignale können sich bereits beim ersten Treffen bemerkbar machen?

Der Altersunterschied

Nur die Wenigsten können sich vorstellen, mit welcher erstaunlichen Akribie eine solche Art des Betruges vorbereitet wird. So werden von den Tätern zum Beispiel typischerweise Tätigkeiten ausgewählt, welche diese in direkten Kontakt mit Touristen bringen. So sind Jobs, die direkt oder indirekt mit dem Hotel selbst oder dem Strand zu tun haben, besonders beliebte Möglichkeiten, um die ahnungslosen Opfer auszumachen. Mit Verlaub – natürlich ist es nicht unmöglich, dass sich ein 25-jähriger Mann in eine 65 Jahre alte Dame verliebt, selbst wenn weder Sprache noch Kultur korrelieren. Ganz sicher gibt es tatsächlich eine Menge aufrichtiger Beziehungen dieser Art.

Dennoch sollten Sie sich ganz nüchtern und sachlich die Wahrscheinlichkeit durch den Kopf gehen lassen, mit welcher sich jemand, der 40 Jahre jünger ist und nicht einmal die gleiche Sprache spricht und noch dazu unter völlig anderen kulturellen und religiösen Bedingungen aufgewachsen ist, sich mir nichts dir nichts in Sie verliebt. Wenn also ein deutlich jüngerer Mann oder auch eine Frau unter derartigen Vorzeichen zunächst eher unverfänglichen Smalltalk initiiert, welcher schnell einen Flirt-Charakter bekommt, darf man schon durchaus ein wenig überrascht sein.

Gefangen in den örtlichen Gegebenheiten?

Ein typisches Merkmal ist auch die Tatsache, dass bereits beim ersten Treffen von Zielen und Wünschen geredet wird, die aber unter den aktuellen Voraussetzungen nicht möglich sind. Ziele und Visionen zu haben, ist zunächst einmal nicht verwerflich – ganz im Gegenteil. Allerdings sollte hier unbedingt zwischen den Zeilen gelesen werden. Die Manipulation läuft nämlich sehr viel subtiler ab, als viele denken.

Gerne werden in hoher Frequenz die begrenzten örtlichen und vor allem finanziellen Möglichkeiten in das Gespräch eingeflochten. Man würde ja gerne so viel erreichen, wenn man doch nur nach Europa/Amerika könnte und es stünden ja so viele Türen offen, wenn man nur das nötige Kleingeld hätte. Das soll oftmals darauf abzielen, Mitleid auszulösen und ist, gemeinsam mit dem nächsten Punkt, ein elementares Teilziel auf dem Weg zum vollendeten Betrug.

Die Familie ist krank bwz. arm

Häufig wird der potentielle Betrüger auch nicht müde, zu erwähnen, dass Vater, Onkel, Oma, Schwippschwager und Nachbars Hund krank wären und der Betrüger selbst eigentlich nur arbeiten gehe, um Medikamente zu bezahlen und die ganze Verwandtschaft zu ernähren. Auch hier soll die Gutmütigkeit des Betrogenen ausgenutzt werden, indem Mitleid erzeugt und die betreffende Person dazu gebracht wird, dem Betrüger seine vermeintliche Misere durch finanzielle Zuwendungen zu erleichtern.

Wer also schon im ersten Gespräch immer wieder auf derlei Situationen aufmerksam macht, darf durchaus schon als verdächtig angesehen werden. Wer würde, wenn er wirklich verliebt ist, seinem neuen Schwarm permanent von seiner finanziell klammen Situation berichten?

Geld für ein Flugticket

Erste Gespräche finden nicht immer direkt vor Ort statt. Besonders gerne tummeln sich derartige Betrüger nämlich auch auf einschlägigen Singlebörsen. Die ersten Treffen sind in diesen Fällen oftmals virtueller Natur und finden über Dienste zur Video-Telefonie wie Skype etc. statt.

Hier wird den Opfern bewusst Honig ums Maul geschmiert, weshalb es diese nicht erwarten können, ihren Schwarm endlich auch zu Hause in die Arme schließen zu können. Oftmals wird hier vom Täter betont, dass er oder sie sich ebenfalls Tag und Nacht nach dem Opfer verzehre und nur zu gerne zu Besuch kommen würde, wenn ihm (oder ihr) doch nur das Geld für Flugticket, ein Visum oder was auch immer zur Verfügung stünde.

Hier ist ebenfalls äußerste Vorsicht geboten, da eine solche Überweisung in aller Regel nicht für den vorgegebenen Zweck verwendet wird. Stattdessen werden Ausreden gefunden, weshalb das Geld nicht angekommen wäre, das Flugticket nicht gekauft werden könne etc. und man deshalb eine neue Überweisung benötige. In diesem Kontext ergibt sich im Übrigen gleich ein weiterer Indikator, um einen potentiellen Betrüger zu erkennen.

Oftmals kennen diese sich nämlich erstaunlich gut mit Geldtransfer-Diensten wie Western Union, World Remit etc. aus und schütteln außerdem aktuelle Wechselkurse der eigenen Währung in Dollar, Euro oder Pfund in Sekundenschnelle aus dem Ärmel. Hier sollte man sich ebenfalls fragen, woher dieses Knowhow eigentlich kommt und wozu Der- oder Diejenige diese Kenntnisse in der Vergangenheit brauchte.

Bildnachweis: https://unsplash.com/photos/ORH5JIynatE

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